10 Tipps für Corporate Blogs

Corporate Blogs liegen im Trend: immer mehr Unternehmen erkennen Vorteile darin und beginnen zu bloggen. Damit ein Unternehmen ein Blog optimal nutzen kann und ein Fehler vermeiden kann, gibt es hier 10 Tipps für Corporate Blogs.

  1. URL klug wählen

    Das Blog sollte in einem Verzeichnis liegen und nicht in einer Subdomain.
    Beispiel: http://www.domain.de/blog

    Der Grund dafür ist, dass ein Verzeichnis in jedem Fall von den Suchmaschinen als Teil der Domain gewertet wird – auf diese Weise profitiert das Blog von der Domainpopularität der restlichen Seite und umgekehrt profitiert die restliche Seite von der Stärke des Blogs. Denn ein Blog kann, wenn man es richtig anstellt, viele Links anziehen.

    Subdomains sollten inzwischen zwar gleich wie Verzeichnisse behandelt werden, erfahrungsgemäß kann man sich jedoch nicht immer darauf verlassen. Und warum ein Risiko eingehen?

  2. Linkstärke verteilen

    Ein Blog ist für viele Unternehmen unter anderem ein Mittel, um eingehende Links zu bekommen. Weil es aber nicht viel bringt, wenn nur das Blog gut rankt und der Rest der Seite nicht, muss die Linkpower auf der Seite verteilt werden. Das erreicht man, indem man die Hauptnavigation auch im Blog einblendet. Umgekehrt sollte auch das Blog von der restlichen Seite aus unmittelbar erreichbar sein – Besucher sind irritiert, wenn sie durch Zufall auf das Blog stoßen und fragen sich vielleicht, warum es “versteckt” ist.

  3. Keine Werbung im Content

    Es juckt sicherlich in den Fingern, in den Blogeinträgen die entsprechenden Produkte im Shop zu verlinken. Dieser Versuchung sollte man unbedingt widerstehen, damit würde man den entscheidenden Vorteil eines Blogs verspielen: mit einem Blog kann man Vertrauen aufbauen, eine Beziehung zwischen Unternehmen und Lesern/Kunden. Der Blogcontent lebt davon, dass er nicht als Werbung, sondern als redaktioneller Content gelesen wird. Man kann aber unter dem Blogeintrag oder in der Seitenleiste ein Banner einbauen, dass auf ein relevantes Produkt verlinkt – erkennbar von redaktionellen Content getrennt.

  4. Das Thema des Blogs

    Das Blog sollte thematisch mit der Branche zusammenhängen, in der das Unternehmen tätig ist. Ein Unternehmen, das Schuhe herstellt, bloggt nicht über Computer und umgekehrt – ein fremdes Thema würde die Leser irritieren und auch Suchmaschinen hätten dann Schwierigkeiten, die Seite thematisch zuzuordnen. Das bedeutet zum Beispiel auch für Freiberufler, dass ihr berufliches Blog kein Wald-und-Wiesen-Mischblog sein sollte, sondern ein Fachblog zu ihrem beruflichen Thema. Das schließt nicht aus, dass nicht auch mal ein Beitrag kommt, der eher offtopic ist – das sollte aber die Ausnahme sein und nicht die Regel.

  5. Die Inhalte des Blogs

    “Was sollen wir nur schreiben?” ist eine häufige Frage in Unternehmen, die darüber nachdenken, ein Blog einzurichten.

    • Schreibt über euer Thema: eine kleine Design-Agentur schreibt ein Design-Blog, eine Physiotherapeutin darüber, wie man Rückenproblemen vorbeugt etc. Man euch keine Gedanken darüber, dass die Leute die Tipps ja dann kostenlos bekommen und nicht mehr zu Kunden werden: diejenigen, die nur Informationen über Design oder Rückenschmerzen suchen, finden diese auch anderswo im Internet. Zur Zielgruppe gehören meist andere Leute, solche, die keine Zeit und nicht die Fähigkeiten haben, selbst ein Logo zu gestalten o.ä. Ein kompetent geschriebenes Blog kann helfen, diese zu überzeugen. Gerade Berater und andere Freiberufler profitieren von einem Corporate Blog – sie haben im Allgemeinen keine Mittel für kostspiegelige Werbemaßnahmen. Mit einem Blog können sie sich von der Masse abheben und Vertrauen in ihre Fähigkeiten herstellen.
    • Schreibt über das was ihr tut: über die Entwicklung neuer Produkte, verbesserte Rezepturen oder Materialien, über den Tag der offenen Tür, Messeverstaltungen, Kongresse, Sponsoring, Aktionen und Gewinnspiele… Ein Student schreibt seine Diplomarbeit in eurer Firma? Schön, lasst ihn doch einen kurzen Blogeintrag schreiben, damit die Leser einen Einblick in aktuelle Fragen der Branche bekommen. Je nach Unternehmen kann es sehr unterschiedlich sein, worüber gebloggt wird; auch das Image spielt hier eine entscheidende Rolle.
    • Zeigt eure Produkte: in der Herstellung (“so entsteht ein …”) und in Aktion (“wie kann ich mit Produkt X … machen?”). Bloginhalte sind aber keine Werbefläche, die Beiträge sollten wirklich informativ sein. Es ist nicht immer einfach, die Balance zu finden.

    Auch für Corporate Blogs gilt: Ein Blog hat meist einige Artikel, die sogenannte “Flaggschiffe” sind. Andere “unterfüttern” diese. Oft ist es sinnvoll, sich selbst und die eigenen Produkte zurückzunehmen – das muss aber nicht in jedem Fall so sein. Das richtige Verhältnis muss jeder selbst herausfinden.

  6. Ein Corporate Blog als Storyteller

    Ein immer noch häufig vernachlässigter Aspekt im Marketing ist das Storytelling. Kunden wollen nicht nur Fakten über das Produkt (Material, Größe, Farbe etc.), sondern Geschichten. Durch Storytelling kann ein Image aufgebaut werden, Kunden können eine emotionale Bindung zum Produkt herstellen, Verwendung und Nutzen des Produkts können glaubwürdiger vermittelt werden.

    Stellt euch vor, ein Bewerber stellt sich im Unternehmen vor. Auf die Frage nach seinen Stärken nennt er seine Problemlösungsfähigkeit (oder was auch immer gerade im Trend liegt). Naja… kann ja jeder sagen, oder? Wie käme der Bewerber statt dessen rüber, wenn er seine Behauptung durch eine kurze Geschichte, ein kleines Beispiel untermauern würde? “Gerade letzte Woche hatten wir in der Abteilung das Problem, dass … Mir war klar, dass … Also habe ich … Das Ergebnis war, dass sich die Verkäufe sogar noch steigerten.”

    Zum Storytelling eignen sich auch Fotos oder Videos. Wichtig ist, dass sie eine Geschichte erzählen und keine Werbefotos sind – genauso wie die Geschichte keinen Werbecharakter haben soll (nichtsdestotrotz soll sie natürlich positiv sein. Aber im Mittelpunkt stehen Informationen und Mehrwert für den Leser).

    Viele Unternehmen betrachten das Marketing als abgeschlossen, wenn der Kauf erfolgt ist. Für den Kunden fängt die Geschichte hier erst richtig an. Wusstet ihr, dass es ein Buch mit 100 Nutella-Rezepten gibt? Lässt sich dieses Konzept auf eure Branche übertragen? Erkennt ihr die Möglichkeiten, die in gut gemachtem Storytelling liegen?
    Wer Bergschuhe gekauft hat, plant eine Bergtour – warum nicht im Blog ein paar Tourenvorschläge machen, oder von bisherigen Touren und Produkttest-Touren erzählen? Der Kunde will sich in seiner Kaufentscheidung bestätigt fühlen. Mit einem Blog lassen sich solche Wege der Kundenbindung völlig umkompliziert und kostengünstig umsetzen – und zufriedene Kunden empfehlen weiter.

    Wenn der Kunde eine Software gekauft hat, sucht er vielleicht eine Einführung oder freut sich über weiterführende Tipps & Tricks. Fragt eure Supportabteilung, welches häufig gestellte Fragen sind und beantwortet sie im Blog. Das sollte auch zur Folge haben, dass die Hotline entlastet wird – und der Frustrationspegel beim Kunden sinkt.

  7. Artikel auch in die restliche Seite integrieren

    Wenn der gesamte interessante Content im Blog ist, zeigen vermutlich auch die meisten Links dorthin. Suchmaschinen könnten auf die Idee kommen, dass nur das Blog es wert ist zu ranken. Deshalb sollte man Artikel, FAQs, Rezensionen oder ähnliche Inhalte auch im Rest der Seite unterbringen.

  8. Linkbaits mit Themenrelevanz

    Wenn man als Corporate Blog Linkbaiting betreibt, sollte man darauf achten, dass die Linkbaits themenbezogen sind. Der Titel und der Inhalt sollten eure Keywords enthalten; im Inhalt oder woanders auf der Seite kann man Links zu den wichtigsten Unterseiten setzen, die ihr mit Linkjuice versorgen wollt.

  9. Dos und Don’ts in der Blogosphäre

    Blogger sind ein kritisches Publikum. Sie geben euch ehrliches und noch dazu kostenlos Feedback. Versteht die Kritik als wertvolle Rückmeldung, die euch helfen kann, eure Produkte oder Dienstleistungen zu verbessern. Blogger erwarten keine Perfektion, aber ehrliche Kommunikation.

    Eines sollte man nie vergessen: Bloggen heißt Kommunikation zwischen Menschen, im Idealfall gleichberechtigte Kommunikation, nie von oben herab.

    Die Blogosphäre entstand, als Blogger anfingen, sich lose miteinander zu vernetzen: durch Links und Trackbacks nehmen sie in Postings aufeinander Bezug, durch Kommentare entstehen Diskussionen zu den Blogeinträgen. Eine gute Möglichkeit, in die Blogosphäre hineinzufinden, ist das regelmäßige Lesen von Blogs in der eigenen Nische, die Teilnahme an Diskussionen und das sinnvolle Verlinken weiterführender Artikel anderer Blogs. Man sollte nicht das vorrangige Ziel haben, Links abzustauben: Kommentare sollen die Diskussion voranbringen und wenn ihr fundierte Kommentare schreibt, erwerbt ihr euch einen guten Ruf.

  10. Von anderen Corporate Blogs lernen

    Zu guter Letzt noch die Empfehlung, sich andere Corporate Blogs anzusehen und zwar sowohl solche aus der eigenen Branche als auch welche aus anderen Branchen. Analysiert doch mal einige darauf, was sie eurer Meinung nach gut machen und was nicht. Was würde in eurer Branche (und für euer Unternehmen) funktionieren und was nicht?

    Empfehlenswert ist es auch, sich einige Corporate Blogs aus den USA anzusehen, auch wenn die Mentalität dort ein bisschen anders ist. Aber ihr wollt ja sowieso nichts 1:1 übernehmen, sondern euer eigenes Konzept entwickeln, das zu eurem Unternehmen passt.

    Einige Listen von Corporate Blogs findet ihr hier:

So, und jetzt muss ich zugeben, dass ich einige dieser Punkte von Rands Whiteboard Friday Video “Blogging for Higher Rankings” geklaut habe, in dem er vor allem auf SEO-Aspekte für Corporate Blogs eingeht. Ich habe das Ganze um einige inhaltliche Punkte erweitert. Weitere gute Tipps zu Corporate Blogs findet ihr im Townster Blog, das gleichzeitig als ein Praxisbeispiel dienen kann.

Welche Tipps habt ihr für Corporate Blogs? Schreibt es in die Kommentare.

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