Blogs: 12 Ideen für zusätzliche Einnahmen

Neue Geschäftsideen für das Blog

Viele Blogger beschränken sich auf Banner und Pay-per-Click Werbung, um Geld zu verdienen. Beides erfordert eher wenig zusätzlichen Aufwand und ist gerade am Anfang gut geeignet, um sich ein Taschengeld zu verdienen. Irgendwann hat man dabei jedoch das Gefühl, an eine Grenze zu stoßen: sobald das Blog in seiner Nische ein wenig etabliert ist, fragt man sich, ob nicht mehr drin wäre. Und es ist mehr drin. Im Folgenden will ich euch 12 Geschäftsideen für Blogs vorstellen, die über klassische Werbung hinausgehen.

Der Vorteil von Blogs

Wer ein gut laufendes Blog hat, hat einen Vorteil gegenüber denen, die ähnliche Geschäftsmodelle starten, ohne bereits eine breite Leserschaft hinter sich zu haben. Blog-Stammleser sind meist kommunikativ, haben selbst ein Blog oder sind in Social Communities aktiv und teilen dort mit, was sie Interessantes gelesen haben (oder in Kommentaren auf anderen Blogs, auf Social News Sites etc). Kurz: Wir hoffen auf einen viralen Effekt, darauf, dass die Leser anderen Leuten von dem Blog, dem Produkt oder der Dienstleistung erzählen.

Diesen Vorteil kann man aber nur dann nutzen, wenn die Geschäftsidee zum Thema des Blogs passt. Wenn man über Katzen bloggt und Animationssoftware anbietet, werden nicht viele Leser anderen davon erzählen – denn sie interessieren sich für Katzen, nicht für Animationssoftware. Wenn man jedoch Katzensitting in Berlin anbietet, werden einige Berliner Leser vielleicht darüber nachdenken, dies zu nutzen, oder Freunden, die ebenfalls Katzen haben, davon erzählen.

Hilfreich ist es auf jeden Fall, wenn man Freunde und Bekannte hat, die ein themenbezogenes Blog haben und bereit sind, über euer Geschäftsmodell zu berichten.

Wichtig: die Stammleser sind nicht in jedem Fall diejenigen, die eure Produkt kaufen oder eure Dienstleistung in Anspruch nehmen. Für jedes Projekt muss man sich genau überlegen, wer die Zielgruppe dafür ist. Würde ich selbst diesem Service in Anspruch nehmen? Würden meine Kollegen/Freunde/meine Mutter es tun? Wer würde es tun?

12 Geschäftsideen für Blogs abseits von Werbung

  1. Software verkaufen
    Software, die ein bestimmtes Problem löst, die dem Nutzer Zeit spart oder die durch zusätzliche Funktionen Vorteile bringt, findet Käufer. Neben Desktop-Anwendungen kann man hier auch an Plugins und ähnliches denken.
    Beispiele: wpSEO von Sergej Müller
  2. Templates verkaufen
    Auch gute Templates sind immer gefragt. Kostenlose Templates findet man im Netz sehr oft und wer eins will, dass nicht jeder zweite hat, greift manchmal zu einem kostenpflichtigen. Diese haben manchmal bestimmte Funktionen, die andere nicht haben, oder sind für einen bestimmten Einsatzzweck besonders gut geeignet. Es muss auch nicht immer WordPress sein!
    Beispiel: Thesis
  3. eBooks verkaufen
    Zum Thema eBooks verkaufen habe ich bereits etwas geschrieben. Wie vieles, wofür Menschen Geld ausgeben, verkaufen sich auch eBooks gut, wenn die Leute hoffen, mit den gewonnenen Kenntnissen wiederum Geld verdienen zu können. Das heißt aber nicht, dass man das hundertste Buch darüber schreiben muss, “wie Sie im Internet reich werden”.
    Beispiele: kommt ja immer mehr in Mode, aber wen soll ich jetzt herausgreifen?
  4. Online-Kurse anbieten
    Auch hier ist es wichtig, seine Nische sorgfältig zu definieren. Seid mutig und wählt eine Nische, die zunächst klein erscheint. Ein Online-Kurs für Business-Chinesisch mag zunächst wie eine sehr kleine Nische erscheinen, bei näherem Hinsehen erkennt man aber den wachsenden Bedarf. Zudem ist die Zielgruppe kaufkräftig und bereit, einen Online-Kurs zu belegen und dafür zu bezahlen, wenn man ihr die Vorteile deutlich macht und einem entsprechend guten Kurs bietet.
    Auch betriebswirtschaftliche Themen, Software-Kurse, Kurse für Schüler und Studenten und vieles andere sind denkbar – das Thema sollte sich aus eurem Blog ergeben.
    Beispiel: BlogMastermind
  5. “Pro”-Bereich
    Das Modell funktioniert einfach: Einige Artikel sind kostenlos, für andere muss man bezahlen, zum Beispiel durch ein Abo. Ich finde die Idee an sich nicht besonders gut, in einigen Bereichen hat sie aber durchaus ihre Berechtigung. Ein “Pro”-Bereich kann auch ein Forum sein, wie zum Beispiel das SEO Black Hat Forum von Quadzilla oder die geplante Members Area vom Boesen SEO.
    Beispiele: SEOmoz, Dr. Web Plus
  6. Eigene Dienstleistungen verkaufen
    Viele Blogger schreiben über ihr berufliches Gebiet, gewinnen dadurch Bekanntheit und letztlich auch Kunden. Stichwort: Corporate Blogs. Man kann aber auch Dienstleistungen anbieten, die nicht in klassische Berufe passen oder die es vorher noch gar nicht gab. Sie müssen den potentiellen Kunden nur einen Nutzen bieten.
    Beispiele: zahlreich. Besonders Innovative fallen mir im Moment allerdings keine ein, vielleicht kennt ihr ja welche.
  7. Online-Anwendungen
    Es gibt zum Beispiel Plattformen für die Online-Rechnungsverwaltung, gemeinsames Arbeiten an Projekten, Online-Spiele etc. Einige dieser Bereiche sind sehr hart umkämpft und als einzelner kleiner Blogger wird man da kaum eine Chance haben. Auch hier gilt es, Nischen zu finden. Online-Spiele sind zu hart umkämpft? OK, aber vielleicht kann man einen Online-Chemiebaukasten erstellen, mit dem man auf spielerische Art und Weise den Schulstoff einüben kann.
    Beispiele: Sistrix Toolbox, SEOmoz
  8. Nischen-Jobbörsen
    Vermutlich werdet ihr nicht die nächste große Jobbörse eröffnen. Wer aber ein Blog hat, dass sich an eine bestimmte Branche richtet und dort viel gelesen wird, kann zum Beispiel spezifisch für diese Branche Jobangebote und Gesuche listen. Es gibt Modelle, bei denen der zahlt, der einen Job ausschreibt als auch solche, bei denen Jobsuchende einen monatlichen Beitrag zahlen, um die Kontaktdaten zu den Ausschreibungen sehen zu können.
    Beispiele: Smashing Jobs, Freelance Switch
  9. Eine schräge Idee haben und völlig sinnloses Zeug verkaufen
    Ein Beispiel dafür ist The Second Web, gefunden via speyburn; in den dortigen Kommentaren wird nicht umsonst der Vergleich zur Million Pixel Homepage gezogen, die ein weiteres Beispiel für diese Konzept wäre. Wichtig ist: die Idee muss originell sein, Nachahmer haben hier keine Chance, denn nützlich ist das Ganze nicht; es geht vielmehr darum, einen Hype zu erzeugen und auszunutzen.
  10. Ein (gedrucktes) Buch schreiben
    Ihr habt euch den Kopf zermartert, um euren Lesern die besten Artikel zu liefern, und die Finger wundgeschrieben, um sie online zu bringen. Jetzt stehen sie im Blog – aber könnte man nicht noch mehr daraus machen? Sicherlich hat ein Buch meist eine andere Struktur und einen anderen Tonfall als Blogs (weniger interaktiv), aber durch eure Blogartikel habt ihr vielleicht hervorragende Ressourcen, um ein Buch zu schreiben. Nun braucht man nicht glauben, durch ein Buch reich zu werden, aber es kann eine gute Referenz sein und so manche Tür öffnen – durchgehen müsst ihr dann selbst.
    Beispiele: Nichtlustig (zugegeben, es ist kein Blog, aber für unseren Zweck vergleichbar. Ich wollte mal ein Beispiel aus einem ganz anderen Themenbereich nennen.)
  11. Fanartikel verkaufen
    Das habe ich eben bei Nichtlustig gesehen, ansonsten wäre ich als überaus bescheidener Mensch natürlich gar nicht darauf gekommen, das in diese Liste aufzunehmen. Wieder etwas, das nicht für jedes Blog funktioniert. Ihr könnt das auch abwandeln: Wenn ihr in eurem Blog klare Ansichten zu einem (politischen?) Thema kommuniziert, lassen sich dazu zum Beispiel T-Shirts mit passenden Sprüchen oder Bildern kreieren, die gern gekauft werden. Viele Leute in der Blogosphäre kommunizieren gerne ihre Ansichten über das Web und die Welt (bei den Motiven bzw. Texten ist allerdings eine gewisse Vorsicht überlegenswert). Das Ganze kann zum Beispiel auf Affiliate-Basis über die üblichen T-Shirt-Druck-Anbieter geschehen. Manchmal kann man auf diese Weise Seiten monetarisieren, wo man bisher dachte, da kommt nie Geld rein (und aus verschiedenen Gründen keine direkte Werbung draufpacken wollte).
    Beispiel: Dataloo mit dem “Stasi 2.0” T-Shirt
  12. die sogenannten Web 2.0-Geschäftsmodelle
    Beispiel Edelbild, zwar kein Blog, ich könnte mir aber vorstellen, dass ein solches Modell von einem Blog profitieren würde, insofern passt es hier herein. Bei einem Blog rund um digitale Fotografie und Bildbearbeitung könnte man sich vorstellen, einen solchen Service anzugliedern – zu beachten ist, dass die Zielgruppen (Leser und Service-Nutzer) vermutlich nicht deckungsgleich sind. In eine ähnliche Richtung gehen viele Anbieter personalisierter Produkte. Man muss abwägen, wieviel Gewicht man einem solchen Geschäftsmodell gegenüber dem Blog einräumt und wie man beides in Einklang bringt.

Zugegeben, diese Geschäftsideen sind nicht alle ganz neu. Die meisten davon werden aber von Bloggern relativ wenig genutzt, vielleicht, weil manchen Blogs die Voraussetzungen fehlen, um sie umzusetzen. Vielleicht auch, weil die Umsetzung einiges an Zeit und Können erfordert, was auch heißen kann, dass die Zeit fürs Bloggen knapper wird.

Wichtig ist, im Kopf zu behalten, dass dies nur Ideen sind. Jeder muss sich selbst überlegen, ob und wie er daraus eine Strategie formen kann, die zum eigenen Blog passt.

Dazu drei kurze Tipps zum Schluss:

  • Typische Probleme erkennen und eine Lösung dafür entwickeln
  • Spezifisch sein, eine Nische finden, eine Zielgruppe finden
  • Das Marketing nicht vernachlässigen

Vielleicht ist dieser Beitrag ja auch für Peers Blogparade “Geld verdienen ohne Werbung?” interessant.

Bild oben: Tango, CC-Lizenz

12 Kommentare

  • Sehr guter Beitrag mit schönen und wichtigen Ideen. Muss ich mal bookmarken…

  • Wobei man sich im klaren sein muss, das diese zusätzlichen Arbeiten viel mehr Zeit in Anspruch nehmen können, als die Pflege und Aktualisierung der eigenen Website. Gerade wenn die Sache so nebenher läuft, sollte man sich nicht zuviel Arbeit aufbürden …

  • Luchsus

    Das stimmt auf jeden Fall. Viel Zeit und Arbeit beansprucht praktisch jede dieser Ideen. Natürlich sollte man die eigenen Zeitressourcen realistisch einschätzen und vor allem auch, ob man Lust auf die neuen Tätigkeiten hat. Nicht alles liegt jedem.

  • Ich finde keine einzige “neue” Strategie, gar noch Idee dabei, die nicht schon mindestens tausendmal in den Himmel gelobt worden wäre und im nächsten Zug gleich wieder verworfen.

    Wenn man es so nimmt, kann man sogar Ohrenschmalz verkaufen, wenn man’s richtig anstellt. Das einzige Problem dabei ist, daß der Augenblick des Verkaufs erst der Anfang einer “Verkäufer – Käufer” Interaktion sein sollte, die Konsequenzen und Verpflichtungen mit sich bringt. Und da sehe ich kaum welche nachhaltigen Geschäftsmodelle dabei, bei denem man sich sowas wie “Yeah, that’s it!” denken würde …

  • Dre

    Sehr nützlicher Artikel!

    mach weiter so, du hast bestimmt noch mehr nützliche Tipps auf lager.

  • Pingback: Blogistan Panoptikum KW44 2008 auf datenschmutz.net

  • Pingback: 12 Geschäftsideen für Blogger | Sund Services

  • Ich finde die Aufzählung durchaus wertvoll. Auch wenn man das meiste davon schon einmal gehört hat, so ist doch der eine oder andere gute Tipp dabei wie man seinen Blog für ein Zusatzeinkommen nutzen kann.

  • OK, so neu sind diese Ideen nun nicht. Es ist eine schöne Aufstellung.
    Ich finde, gerade die Stammleser haben Vertrauen zum Blogger und eine echte und gute Empfehlung wird gerne angenommen. Das kann dann auch schnell viral werden.

  • Pingback: This is why you're fat - Warum bist du so fett? | blogwatch

  • Geld verdienen… interessant fand ich ja die anfängliche Bewertung der üblichen Programme: über ein Taschengeld kommt man nicht hinaus. Gemeint damit ja vermutlich die vielen Affiliate – Programme, die sich bei näherem Hinsehen dann eher als Marketing-Gag denn als Chance auf Geldverdienen herausstellen.

    Man sollte schon genau hinsehen, wie die Affiliate-bedingungen denn aussehen und wie sie dann auch gelebt werden. Wenn man dann einzelne durch Zanox vermarktete Programme prüft, dann stellt man fest: Bezahlen nur, wenn unmittelbar gekauft wird. Also SPONTAN-Kauf; kommt der Shopper erst am nächsten Tag auf den Artikel zurück gilt oft: Last Visit counts.. und der Shopbetreiber läßt den Affiliate – durch den er den Besuch ja erst generieren konnte – im Regen stehen.

    Auf solcher Art von “Geld verdienen” sollte man dann wirklich und konsequent verzichten.

    Ansonsten danke für den Artikel; eine gute Ideen und Links dabei.

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