Grafik-Tutorial: Bessere Fotos in 30 Sekunden

Fast alle Fotos, die man in Fotodatenbanken und unter freien Lizenzen findet, kann man in nur 30 Sekunden wesentlich verbessern. Ich bin alles andere als ein Fotokünstler, der folgende Trick ist aber wirklich einfach:

Viele Bilder haben zu wenig Kontrast oder sind rot- oder gelbstichelig. Mit wenigen Handgriffen lässt sich das beheben. Ich erkläre es anhand von Gimp, mit Photoshop geht es aber genauso. Wir nehmen dazu als Beispiel das Foto eines brüllenden (oder gähnenden?) Löwen.

Grafik-Tutorial: Das Originalbild

Ich verwende dazu das Werkzeug “Farbwerte anpassen” (zu finden unter “Farben”):
Grafik Tutorial: Werte
Hier klickt man einfach auf “automatisch”:
Gimp: Farbwerte anpassen

Meistens ist das Ergebnis recht gut (vielleicht einen Tick zu bläulich?):
Gimp: automatische Korrektur von Farben und Kontrast

Fertig. Ging doch schnell, oder?

Alternativ kann man Korrekturen von Hand vornehmen. Dazu schiebt man die beiden äußeren Pfeile ein Stück nach innen, ungefähr so weit, wie es keine oder fast keine Quellwerte gibt. Dasselbe kann man auch für die einzelnen Farbkanäle machen. Für manuelle Korrekturen finde ich das Kurventool übrigens einfacher zu handhaben, ihr könnt das ja selbst ausprobieren:

Gimp Tutorial: "Kurven" findet man im Menü "Farben"

Um den Kontrast zu verbessern, zieht man die diagonale Linie im oberen Bereich nach oben, im unteren nach unten. In den meisten Fällen genügen sehr kleine Veränderungen; ich habe im Bild absichtlich übertrieben, damit man besser erkennt, worum es geht.

Gimp Tutorial: Kurven-Funktion für besseren Kontrast

Durch den stärkeren Kontrast gewinnt das Bild an Tiefe: der Vordergrund hebt sich deutlicher vom Hintergrund ab. Jetzt fällt aber erst recht auf, dass das Bild einen Gelb- und Rotstich hat. Dasselbe Werkzeug hat Einstellungen, um den Farbstich zu korrigieren:

Gimp: Farbstich korrigieren

Man wählt den Kanal aus, den man korrigieren möchte. Bei der Korrektur des Farbstichs genügt es oft, die Linie mit einem einzelnen Punkt zu korrigieren, den man in der Mitte setzt. In manchen Fällen will man aber die dunklen Farbwerte stärker korrigieren als die hellen oder umgekehrt, dann arbeitet man mit zwei Punkten, ähnlich wie im obigen Bild.

Insbesondere die Farbkorrekturen sind immer auch vom persönlichen Geschmack abhängig und auch unter Fotografen gibt es dazu unterschiedliche Ansichten. Die automatische Korrektur nimmt manchmal sehr viel vom Charakter des Bildes weg, weshalb ich mir oft die Zeit für die manuelle Korrektur nehme. Es kommt auch darauf an, ob das Bild nüchtern-sachlich rüberkommen soll oder eine bestimmte Stimmung transportieren soll: ist es das Ziel, möglichst naturalistisch zu zeigen, wie ein Löwe aussieht oder soll die Stimmung einer Safari in der späten Nachmittagssonne vermittelt werden?

Das Original-Foto stammt von Winfried Bruenken (Amrum), CC-Lizenz. Dementsprechend steht auch die Bearbeitungen unter dieser Lizenz.