Gute .com-Domains finden

Manchmal hört man, dass die beste Zeit für den Domainhandel vorbei ist. Dazu ein Zitat von Frank Schilling:

It is early not late. This is like California in the 1960’s. — yes, it’s not the 1920’s anymore, but there are still mountains of untapped opportunity.

Vor kurzem las ich auf Existenz24 ein passendes und sehr wahres Sprichwort dazu:

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.

Gute com-Domains finden (Geldbaum)Hier soll es nicht vorrangig um Domainhandel gehen, da ich selbst eher Domains projektiere als damit handle. Aber in beiden Fällen stellt sich die Frage: Wie komme ich an gute Domains?

Warum .com-Domains?

Viele guten .com-Domains sind schon lange weg. Oft ist es sinnvoll, auf andere Domain-Endungen auszuweichen. In einigen Fällen kommt das aber nicht in Frage, bei manchen internationalen Projekten kann oder will man auf eine .com nicht verzichten. Com-Domains sind auch zum Wiederverkauf am interessantesten, sofern man gute findet.

Ich selbst verwende .com-Domains eigentlich nur für englischsprachige Projekte. In Deutschland tippen viele User aus Gewohnheit “.de” ein und würden dann auf der falschen Website landen. Wenn mir ein toller deutschsprachiger .com-Domainname über den Weg laufen würde, würde ich den schon mitnehmen – aber mein Schwerpunkt liegt nicht darauf. Vor diesem Hintergrund ist auch dieser Artikel geschrieben.

1. Kurze Domains

Die 3-Buchstaben-com-Domains sind schon lange weg, solche mit 4-Buchstaben seit geraumer Zeit auch. Für viele Projekte will man aber einen kurzen, einprägsamen Domainnamen haben, und in einigen Fällen soll es eben eine .com-Domain sein. Wie aber findet man kurze, aussprechbare .com-Domains?

Ich habe in letzter Zeit das kostenlose Tool MakeWords gequält. Ihr könnt hier Länge, Wortanfang und -ende festlegen und bekommt Fantasienamen, die automatisch nach nicht näher definierten “Sprachregeln” gebildet werden. Dabei kommt viel Blödsinn raus und viele gute Domains, die schon lange weg sind. Aber mit etwas Geduld findet man auch wirklich interessante Domains.

Kleiner Tipp: Wenn MakeWords eine tolle Domain als frei anzeigt, freut euch nicht zu früh, sondern checkt erst mal bei einem Whois-Dienst, ob das stimmt. Das Tool scheint da nämlich manchmal einen Bug zu haben.

Wissen sollte man:

  • Nicht jede kurze Domain ist es wert, sie zu registrieren (es mag sein, dass wir diesen Punkt in zehn Jahren anders sehen. Aber wie gesagt, ich bin kein Domainhändler).
  • Die Domain sollte aussprechbar sein (vor allem auf englisch, wenn ihr auf einen internationalen Markt zielt).
  • Manche Buchstaben werden stärker wertgeschätzt als andere, manche Silben klingen sympathischer als andere.
  • Der Domainname sollte einprägsam ein und möglichst wenig Möglichkeiten für Schreibfehler bieten.
  • Wenn ihr schon eine Vorstellung darüber habt, was ihr mit der Domain anfangen wollt, habt ihr vielleicht weitere Anforderungen.

Alles in allem fand ich das MakeWords-Tool sehr brauchbar. Relativ gute Ergebnisse habe ich erzielt, indem ich für möglichst kurze Wörter gute Endungen vorgegeben habe, d.h. Endungen, wie sie zum Beispiel bei Namen häufig vorkommen. Natürlich muss man auch hier eine Weile graben, viele sind schon weg.

Fantasienamen haben den Vorteil, dass ihr sie später flexibel einsetzen könnt, ihr seid nicht durch eine Bedeutung eingeschränkt.

Ein weiteres Tool, dass ich weniger intensiv eingesetzt habe, ist ReadableDomains, das sicherlich auch nützlich sein kann. Wenn ihr weitere gute Tools kennt, könnt ihr sie in die Kommentare schreiben.

2. Keyword-Domains

SEO-technisch haben Domains, die das Keyword enthalten, einen leichten Vorteil. Einerseits einen ganz leichten Vorteil dadurch, dass die Suchmaschinen das Vorkommen des Keyword in der Domain (noch) als sehr kleinen Rankingfaktor zu werten scheinen (Das war früher deutlich stärker, heute würde ich nicht mehr darauf wetten). Während dieser Faktor praktisch vernachlässigt werden kann, sind andere wichtig: Die URL wird oft auch der Linktext sein, und dieser beeinflusst das Ranking für den jeweiligen Begriff. Außerdem erkennen die User unmittelbar den Bezug zum Thema, auch wenn die URL für sich allein steht.

Der wesentliche Nachteil von Keyword-Domains ist, dass sie nicht mehr zu haben sind ;-) Jedenfalls muss man lange suchen, um etwas Brauchbares zu finden.

Tipp: Achtet auf neue Trends, hier findet ihr manchmal noch freie Keyword-Domains.

Eine Domain mit einem einzelnen Keyword (keyword.com) eignet sich auch sehr gut zum Branding. Ganz anders sieht es bei Aneinanderreihungen von Keywords aus: keyword1-keyword2-keyword3.com wird sich niemand merken. Viele Conversions werden aber nicht beim ersten Besuch erzeugt. Bevor ein User eine Reise bucht, will er sich mit seiner Familie besprechen oder erfragen, ob er zu diesem Termin Urlaub nehmen kann etc. Ihr solltet euer Bestes dafür tun, dass er sich danach noch an den Namen eurer Website erinnert und es schafft, ihn ohne Fehler einzutippen. (Bei reinen MFA-Seiten sieht das etwas anders aus. Aber langfristig dürfte das keine gute Zielsetzung sein.)

4. Keyword und Ergänzung

Wenn die entsprechende Domain Keyword.com nicht mehr frei ist, kann man KeywordHub.com, KeywordBlog.com oder ähnliches registrieren.

Zu eurer Inspiration:

  • -land, -mag, -space, -floor, -line, -future, -club, -base…
  • Beliebt sind auch die Vorsilben i, my, you, your…

Seid nicht frustriert, wenn ihr nicht auf Anhieb etwas findet. Anfangs hatte ich das Gefühl, sämtliche Domains wären schon weg. Schätze müssen eben gehoben werden.

Mehr über Keywords und Domainnamen könnt ihr hier lesen:

Mit oder ohne Bindestrich?

Zu beachten ist noch, dass Bindestriche zwar aus SEO-Sicht sinnvoll sind (keyword-hub.com), aber im englischsprachigen Raum wenig verbreitet sind und als hässlich gelten.
Wenn ihr eine Bindestrich-Domain registriert, müsst ihr also damit rechnen, dass die User sich die Domain nicht richtig merken und beim nächsten Mal ohne Bindestrich eingeben – um auf der Seite eures Mitbewerbers zu landen. Auch dazu findet ihr einen Artikel bei Domain Smalltalk.

Marken?

Vor der Registrierung sollte man den Domainnamen auf internationale Marken überprüfen (sofern er kein Wort aus dem Wörterbuch ist). Das kann man zum Beispiel bei der Madrid Express Database.

.com-Domain für einen Euro (nur bis 31. Oktober)

Bis zum 31. Oktober kostet eine .com-Domain bei United Domains nur einen Euro. Das Angebot ist auf 10 Domains pro Person beschränkt, aber damit lässt sich ja schon mal was anfangen. Wem das nicht reicht, der kann ja seine Oma fragen, ob sie ihr Kontingent noch nicht ausgeschöpft hat…

Ab dem zweiten Jahr kostet die Domain dann regulär 12 Euro. Bis dann sollte sie diesen Betrag aber auch locker einspielen, wenn nicht, könnt ihr sie einfach vorher kündigen oder verkaufen. Oder als Wertanlage behalten, das müsst ihr selbst wissen.

Bildquelle: School Clip Art