Nischenblogs starten: Nischen finden

Dieser Artikels soll euch helfen, ein Blog-Thema zu finden, das nicht überlaufen ist und dennoch genug Potential für Leser und Inhalte hat.

Jeder Student, der eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, weiß, dass die clevere Wahl des Themas eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg ist. Man muss es genug eingrenzen, um es handhabbar zu machen und andererseits darf man es nicht zu sehr eingrenzen, sonst kann man keine relevanten Erkenntnisse mehr daraus gewinnen. Für Nischenblogs gilt ähnliches:

  • Kann ich mir in diesem Thema eine Position erarbeiten? Werde ich einer der Top-Blogger zum Thema sein oder werden meine Postings in der Masse untergehen? Das hängt natürlich nicht nur vom Thema ab, sondern wesentlich von deinem Blogging. Hier geht es darum, sich selbst einzuschätzen: wie intensiv will man bloggen? Wie weit reichen die Kenntnisse? Etc.
  • Gibt es genug zu dem Thema zu schreiben? Oder besser: Kann und will ich regelmäßig zu dem Thema schreiben, ohne allzu oft offtopic zu gehen?
  • Wirkt das Thema auf die Leser “rund”, ergibt es eine sinnvolle Einheit? Interessiert sich die Zielgruppe ausschließlich für grüne Pullover oder für interessiert sie sich für alle Wollpullover? Oder interessiert sie sich auch für den Schal dazu, womit wir schnell beim Thema Wintermode sind? Und was bloggt man dann im Sommer? Ihr seht, es ist nicht einfach, ein Thema nicht ausufern zu lassen.
  • Gibt es andere Blogs in der Nische?

Es hat Vorteile, der erste und einzige Blogger zu sein, der ein Thema abdeckt: wer sich für das Thema interessiert, wird das Blog eher lesen, als wenn er schon 12 weitere Blogs zum selben Thema im Feedreader hat.
Es hat aber auch Nachteile, denn ein neues Blog muss sich erst einmal Aufmerksamkeit verschaffen. Bis man in den Suchmaschinen rankt, kann einige Zeit vergehen. Empfehlenswert ist es also, Social News Portale zu nutzen und in anderen Blogs mit ähnlichen Themen zu kommentieren und sich vielleicht gegenseitig zu verlinken. Wenn man sich ein Unterthema zu einem beliebten Thema aussucht, sollte das kein Problem sein. Man kann dann auch davon ausgehen, dass Interesse an dem Thema besteht. Ein Beispiel dafür ist das Webanalyse-Blog von Patrick Ludolph.

Wenn ihr ein ganz neues Feld blogologisch beackern wollt, dann solltet ihr euch die Frage stellen, wie ihr Verbindungen zu anderen Blogs herstellen wollt. Angenommen, ihr bloggt über antike römische Badehäuser, weil das euer Fachgebiet ist. Ihr stellt dann fest, dass es überhaupt keine Blogs zur Antike gibt und nur wenige zur Geschichte, die sich vor allem mit der Neuzeit beschäftigen. Bei Yigg und Konsorten scheint sich sich ebenfalls niemand für euer Thema zu interessieren. Wo findet ihr Anknüpfpunkte, wie erreicht ihr interessierte Leser? Ein Blog über Fahrradreparaturen wird euch eher nicht verlinken, und wenn doch, wäre es ein großer Zufall, wenn ein Leser, der sein Fahrrad reparieren will, sich auch für auch für antike Badehäuser interessiert und dem Link folgt.

Sicherlich kann man ein Blog starten, für Suchmaschinen optimieren und dann von diesen Traffic bekommen. Manchmal ist dieser Weg sehr sinnvoll und er wird in vielen Fällen ein Teil der Strategie sein. Wenn man durch Bloggen aber auch den Austausch mit anderen sucht und gern möchte, dass die Leser im Blog kommentieren, genügt einem das vielleicht nicht. Denn User, die über Suchmaschinen kommen, kommentieren seltener. Hier kommt es darauf an, was man erreichen will – wenn man mit dem Blog Geld verdienen will, ist Suchmaschinentraffic sehr gut. Aber auch um in den Suchmaschinen zu ranken, braucht man ein paar Links.

Das heißt nicht, dass man nur über Themen bloggen sollte, zu denen es bereits Blogs gibt. Wenn ihr neue thematische Gebiete erschließt, müsst ihr eben etwas kreativer sein, wenn es darum geht, eure Zielgruppe zu finden. Vielleicht findet ihr sie in einem Forum zum Thema oder einer Mailingliste, vielleicht findet ihr andere Websites, zu denen ihr eine thematische Verknüpfung aufbauen könnt. Im oben genannten Beispiel kann das alles von antiker Architektur bis hin zu moderner Wellness sein. Ein Brainstorming und eine anschließende kurze Recherche zeigen schnell, was drin ist. Und dann schreibt man halt auch ein paar Artikel zur Architektur antiker Badehäuser, um der anderen Seite einen Anreiz zu bieten, darauf zu verlinken. In kleinen, weniger kommerziellen Nischen ist das deutlich einfacher als bei den großen Money-Keywords.

Ein Möglichkeit wäre zum Beispiel, sich mit anderen Antike-Interessierten zusammenzutun und gemeinsam ein Antike-Blog zu starten. Ein größeres Thema bietet manchmal mehr Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen.

Fazit: Spezifisch sein, aber Anknüpfungspunkte bieten.

Die Illustration basiert auf einem Bild von Agor2012/depositphotos.com