SPAM the musical

Dreißig Jahre, nachdem die erste Spam-E-Mail über das Arpanet verschickt wurde, zu einer Zeit, in der alle bemüht sind, Spam-Mails auszufiltern, bekommt Spam endlich die verdiente Aufmerksamkeit: Spam kommt auf die Bühne.

Spam wird Kunst. 16 anonyme internationale Künstler haben zwei Jahre lang eMails gesammelt und aus den Fragmenten Kunstvideos gemacht. Die Premieren fanden in Berlin und Edinburgh statt, drei Sequenzen kann man als Youtube-Video bei SPAM the musical sehen: The Lonely Girls, The Dying Widow und The Lottery.

Man hat die Chance mitzumachen, indem man ihnen seine Lieblings-Spam-eMail schickt (“Only useless weird shit”), wird man ausgewählt, kann man der Star im nächsten Video sein.

Eine witzige Idee – aber wie das bei Kunst so ist, bleibt einem das Lachen im Hals stecken: die “Deleted Scene” am Ende der Videos setzt einen krassen Kontrast zu dem Kreischen und Werben.

Zur Zeit spammen die Künstler übrigens Museen und Kuratoren persönlich an, nach eigener Aussage “täglich vier Stunden, mindestens zwölf Monate lang” (siehe Telepolis-Artikel). Auch die Website lohnt einen genaueren Blick, weil sie sehr auf “spread the news” angelegt ist, geschickt gemacht, mit viel Ironie und passend zum Thema.

Wer eine Zeile von sich selbst im Musical erkennt, darf einen ausgeben – ihr seid jetzt Künstler.

Gefunden via Upload-Magazin.